Anlässlich eines Adventsgottesdienstes hatten wir in einer Kirche einige schöne schwedische Weihnachtslieder vorgetragen. Wir waren nicht die einzigen, die aufgetreten sind, aber die einzigen, bei denen es Applaus gab, was man sich bei den Auftritten zuvor noch verkniffen hatte (Kirche). Wenn das mal nichts heißt! Und das hat doch ein wenig entschädigt für die bittere Kälte, die wir in der Kirche, vor allem aber auf dem Weg dorthin erleiden mussten. Brrrr!
Mal sehen wer es als erstes schafft mich oder Teile von mir zu entdecken. :-) (Wie immer vergrößert sich das Bild, wenn man draufklickt. Tipp: Haare;-) )
Montag, 9. Mai 2011
Das Adventskonzert
Sonntag, 8. Mai 2011
Die letzten Tage in Schweden
nun ist der Tag des Abschiedes gekommen. Des Abschiedes von diesem Blog. Aus Schweden habe ich mich ja schon vor geraumer Zeit verabschiedet. Es war ein turbulenter Dezember, mit Abschieden vom Chor, von meiner Gastfamilie und von der Arbeitsgruppe, mit Festen, aber auch mit noch ein wenig Arbeit, die halt so anfällt wenn man seinen Arbeitsplatz räumen muss.
Leider bin ich damals wegen der vielen Ereignisse nicht dazu gekommen alles für euch zu dokumentieren. Heute kräht natürlich kein Hahn mehr danach. Dennoch möchte ich euch noch ein paar letzte Bilder präsentieren, damit dieser Blog einen würdigen Abschluss findet. Und Bilder waren euch doch eh immer am liebsten, nicht wahr? ;-)
Der Herbstball
Er ist das Pendant zum Frühlingsball, nur das dieses Mal am Abend zuvor die Damen ein Ständchen für die Herren bringen. Auch eine schöne Sache, kann ich berichten. :-) Beim Ball selber haben Hanna und ich es uns nicht nehmen lassen wieder etwas vorzuführen. Wir haben den Schweden ein typisch deutsches Lied beigebracht: „Eisgekühlter Bommerlunder“. Wie ihr seht haben wir uns dazu auch noch eine ausgefeilte Performance ausgedacht. Ihr kommt nie drauf wie wir den „Schinken“ in dem Lied symbolisiert haben. :-) Für alle, die jetzt entsetzt sind welches Liedgut wir da exportieren: Die Kenntnisse der deutschen Musikkultur beschränkten sich bei den meisten Schweden auf Rammstein oder auch Matthias Reims „Verdammt, ich lieb dich“. Offenbar konnte letzterer ohne daran gehindert zu werden auch noch ein Lied „Verdammt, ich lieb dich immer noch“ rausbringen, wie ich von kundigen Schweden erfahren habe. Wir haben also nicht viel kaputt gemacht. ;-)
Samstag, 11. Dezember 2010
Back for good
Liebe Leute!
Wie vermutlich die meisten von euch bereits mitbekommen haben, habe ich es geschafft die Diplomarbeit einzureichen und damit den stressigen Teil dieses Jahres abzuschließen. Jetzt bleibt mir noch eine satte Woche, um ein wenig Freizeit hier zu genießen. :-)
Vorher mussten allerdings noch einige Kleinigkeiten an der Uni erledigt werden. So Kleinigkeiten, die sich dann zu geschlagenen drei Tagen an der Uni auswachsen, man kennt das ja. Eine lustige Sache war, dass ich noch mal den Fika-Dienst für das Freitagsseminar hatte. Freitags ist ja im Department immer ein Seminarvortrag, in dessen Rahmen es dann auch Kaffee und Süßgebäck gibt. Jede Woche hat jemand anderes die ehrenvolle Aufgabe dann für 40 Leute Kaffee und Tee zu kochen. Wenigstens wird das Gebäck von einer Bäckerei angeliefert und man muss das nicht alles selbst backen. Jedenfalls hatte ich schon äußerst erfolgreich verdrängt, dass ich auch noch mal auf der Liste stehe, bis mir dann in einem unvorsichtigen Augenblick mein Vorgänger auf der Liste die "Goldene Kaffeedose" in die Hand gedrückt hat, die anzeigt dass man diese Woche Dienst hat. Nun ja, durfte ich also an dem eigentlich als frei geplanten Freitag morgens um 9 Uhr Kaffee kochen.
Das lief auch alles ganz gut, denn wie bekannt ist bin ich unheimlich professionell wenn es ans Kaffeekochen und Gebäck essen anrichten geht. Zu dem Seminar selbst gibt es allerdings noch eine nette Anekdote zu berichten.
Im Anschluss an den Vortrag werden nämlich immer einige Bekanntmachungen gemacht. Zuerst kommt die Sekretärin, deren Ermahnung sich doch frappierend von Mal zu Mal gleichen ("Reiserechnungen rechtzeitig einreichen", "Veröffentlichte Paper zentral melden",...). Dann wird der Chief des Departments, Shi-Li (Chinese), ebenfalls schrecklich wichtige Dinge los, die mich in der Regel zu 99% nicht betreffen. Ist aber manchmal trotzdem ganz lustig. So wie gestern. Und zwar gab es folgende Bekanntmachung:
Am kommenden Dienstag kommen ein paar unheimlich wichtige Menschen (warum die wichtig sind wusste er nicht, nur dass) der Universität, um sich von 9 Uhr bis 9.30 Uhr den Reinraum anzuschauen. Ich habe den dunklen Verdacht, dass diese Menschen sowohl Entscheidungsgewalt wie auch finanzielle Mittel mit sich bringen. Und nun war also die Maßgabe: Dienstag, von 9 Uhr bis 9.30 Uhr, haben sich doch bitte ausnahmslos alle (!) im Reinraum aufzuhalten, damit es auch ja sehr betriebsam aussieht und den Herren klar wird, wie wichtig der Reinraum für uns ist!
...
Ich wollte ihm gerade zu diesem gelungenen Witz gratulieren, als ich an den Reaktionen der anderen merkte, dass es wohl Ernst sein muss. Und die Begründung für diese Posse lieferte der Chef gleich nach. Offenbar wäre es der Kommission nicht begreiflich zu machen, dass man eine Maschine nur morgens anwerfen muss um zwei Stunden später das Ergebnis zu begutachten, sondern die müssten Aktivität sehen, um zu erkennen wie wichtig der Reinraum ist. Deshalb sollten sich also alle zur besagten Zeit im Reinraum aufhalten. Warum die Herren der Bürokratie ihren Besuch dann so explizit ankündigen, und ob sie nicht der Meinung sein könnten dass die Büroräume völlig überflüssig sind wenn sich doch eh alle im Reinraum aufhalten, oder was sie gegebenenfalls denken würden wenn sie exakt die gleichen Leute dann von 9.30 Uhr bis 10 Uhr ein Stockwerk höher im Korridor rumwuseln sehen - das ist hingegen nicht überliefert.
Bleibt als Krönung nur noch die Wortmeldung eines Doktoranden zu berichten, der da meinte: Wenn wir denn dann im Reinraum sein sollen - was sollen wir da eigentlich machen?
Viele Grüße!
Hendrik
Sonntag, 24. Oktober 2010
Ein Lebenszeichen
dass hier im Blog gerade nicht so viel los ist wird vermutlich niemanden mehr wundern, wo es doch die letzte Zeit schon etwas ruhiger wurde. Ich würde auch schrecklich gern mehr schreiben, zum Beispiel dass es hier das erste Mal geschneit hat (nichts liegen geblieben), ich gerade mal wieder öfters bei der Familie mitessen darf (nichts übrig geblieben) oder ich die Präsentation der Ergebnisse meiner Diplomarbeit hatte (keine Fragen offen geblieben). Allerdings ist es nun so, dass die meisten unter euch vermutlich auch sonst nichts mehr von mir gehört haben, sei es per Mail oder per Skype. Und das, obwohl mir spontan einige Leute einfallen, für die sogar noch eine Antwort auf die letzte Mail aussteht. Ja, das hat alles einen Grund. Und zwar schreibe ich gerade an meiner Diplomarbeit. Und nicht nur, dass es ja generell schon eine Menge Arbeit ist, die Frist innerhalb der ich glaubte fertig schreiben zu müssen hat sich auch noch spontan halbiert. Die Bude brennt also, könnte man sagen. Deshalb ist mein Erstwohnsitz inzwischen die Uni, und keine Zeit für nichts anderes bleibt nicht mehr. Deshalb sind auch Mails bei mir momentan zwischengelagert, aber nicht vergessen, und werden dann hoffentlich beizeiten beantwortet.
Ich wollte es euch nur wissen lassen, damit niemand glaubt er wäre mir entfallen.
Viele Grüße aus der Denkblase!
Hendrik
Freitag, 1. Oktober 2010
Minusgrade – und ein Abschied
des gepflegten Schriftbildes. Zwar gibt es momentan von mir nicht viel Neues zu erzählen, aber dann widme ich mich doch einfach mal wieder dem Lande. Zwei kleine Geschehnisse, die ich für erwähnenswert halte, gibt es nämlich zu berichten.
Der erste Frost
Angeblich schon vorgestern, aber auf jeden Fall unüberspürbar gestern war es soweit: Die kalte Jahreszeit hat in Schweden begonnen. Sichtbares Zeichen war das Thermometer morgens bei 0°C sowie der Raureif allenthalben, aber auch ohne hätte ich morgens auf dem Fahrrad unzweifelhaft gespürt, dass es hier sehr kalt geworden ist. Ohne Handschuhe wird es schon wieder verdammt kalt. Und die dünne Sommerjacke hält auch nicht mehr wirklich warm. Dabei hatte ich doch eigentlich nicht vor die Sachen vor Dezember rauszukramen… . :-/
Einen kleinen Vorteil hat die ganze Sache allerdings: Heute Morgen habe ich mit meinem Fahrrad endlich mal wieder nahe am Uni-Eingang parken können. :-)
50 Öre
Auch wenn man es bei dem Titel vermuten könnte (sofern man lebendiger Teil der weltweiten Hiphop-Szene ist), so geht es im Folgenden nicht um einen aufstrebenden schwedischen Rapper (50 Cent lässt grüßen), sondern um das knallharte Thema Geld. Wie ich nämlich gestern Morgen aus dem Radio erfahren musste, wird der schwedische Zahlungsverkehr um ein Geldstück ärmer: Die 50 Öre-Münze wird abgeschafft.
Nun ist es so, dass Schweden bis zum gestrigen Tage die Abstufungen 1000 Kronen- (habe ich bisher weder gesehen noch aus dem Automaten bekommen), 500 Kronen-, 100 Kronen-, 50 Kronen- und 20 Kronen-Schein sowie 10 Kronen-, 5 Kronen, 1 Krone- und 50 Öre-Münzen gibt. Rein nominell gibt es zwar im Laden Preise bist auf den Cent genau; man verzichtet also nicht auf die 9,90-Angebote. Zahlen tut man dann allerdings die vollen 10 Kronen – zumindest, wenn man nur diesen einen Artikel kauft. Ansonsten wird der Warenkorb korrekt zusammengerechnet und der Endpreis dann kaufmännisch auf 50 Öre gerundet. Doch damit ist es nun offenbar wohl auch vorbei und es dürfte ab jetzt auf die Krone (~10 Cent) genau gerundet werden. Damit kann man mit den 50 Öre jetzt auch nicht mehr bezahlen, aber immerhin, so entnahm ich dem Bericht heute Morgen, kann man das Geld in der Bank umtauschen lassen. Momentan nenne ich genau ein 50 Öre-Stück mein eigen, wie eine kurze Überprüfung meines Geldbeutels ergab. Ich denke ich werde dann damit mal zur Bank spazieren und es gegen Kronen eintauschen lassen. Hoffentlich wird dabei dann auch kaufmännisch gerundet. :-)
Viele Grüße aus dem kalten Norden!
Hendrik
Samstag, 18. September 2010
Innebandy
ich kann dieses Land und diesen Blog natürlich nicht verlassen, ohne irgendwann mal etwas über Innebandy zu schreiben.
Keine Frage, wer mich kennt wird früher oder später schon einmal etwas von mir dazu gehört haben, manch einer hat mich vielleicht sogar übers Innebandy kennengelernt. :-) Aber um dieses diffuse Bild über's Hockey, wie ich es meist einfach nenne, etwas klarer zu gestalten, soll dieser heutige Blogeintrag dienen.
Innebandy ist eine Sportart mit vielen Namen, international Floorball genannt, in Deutschland auch Unihockey, ohne dabei mit "Hockey als Unisport" verwechselt werden zu wollen! Innebandy ist der schwedische Name, und ich habe diese Sportart nicht nur in Schweden kennen gelernt, nein, wer hat's erfunden? Genau: Die Schweizer. Und zwar mit den Schweden (und Finnen) gemeinsam. Und so kann man Schweden gut und gern als Mutterland des Innebandys bezeichnen, haben sie doch auch bei den Herren 6 der bisher 7 stattgefundenen Weltmeisterschaften gewonnen (bei den Damen waren es 4 von 7). Es ist hier auch fraglos eine sehr beliebte Sportart, wie man auch an einer später folgenden Anekdote ablesen kann.
Der Name ist übrigens abgeleitet von dem noch populäreren "Bandy", einer Sportart, die ans Eishockey erinnert, aber ähnlich wie Fußball auf einem Feld dieser Größe mit 11 Leuten gespielt wird. Naja, und Innebandy geht so ein bisschen wie Bandy, nur halt drinnen, also "inne". :-)
Wie geht also Innebandy? Das Schöne an der Sportart ist, dass sie in ihren Grundzügen sehr einfach ist, so dass jeder vom ersten Training an gleich loslegen kann (im Gegensatz zum Beispiel zum Cricket, dessen Regeln ja kein Mensch versteht (wenn doch, bitte bei mir melden), oder auch nur Tennis (wer kam eigentlich auf die Idee, die Punkte in Schritten von "15, 30 und 40" zu zählen??). Eigentlich ist es nur: 2 Tore, 2 Mannschaften, jeder außer dem Torwart ein Schläger, ein Ball mit 26 Löchern - und das Ziel, den Ball öfter als die andere Mannschaft in gegnerische Tor zu befördern. Kein Abseits, kein Aus, kein "Handspiel" oder "Fußspiel" (wie beim Feldhockey), und die Punkte werden auch normal gezählt (1 Tor - ein Punkt). Natürlich hat auch dieses Spiel ein paar Feinheiten, so darf man den Schläger zum Schutze des Gegners nicht über Kniehöhe ausholen, aber alles in allem bleibt es doch ein sehr einfacher Sport, weshalb er meines Wissens heute auch in Schulen im Kommen ist. Denn auch für weniger sportliche Menschen ist es leicht, früh Erfolgserlebnisse zu haben.
Nichtsdestotrotz ist es ein wahnsinnig intensiver, schneller und anstrengender Sport. Nicht selten hat man bereits nach 2 Minuten das Gefühl, für alle Zeiten mit Sport abgeschlossen zu haben. Irgendwie hält man dann aber doch eine Stunde durch. In "richtigen" Spielen wird übrigens fliegend gewechselt. Man kann sich also richtig verausgaben, und noch dazu kommen sowohl laufstarke wie auch technisch versierte Menschen auf ihre Kosten. Darüberhinaus geht es wahnsinnig schnell zur Sache. Gerade noch für die eine Mannschaft bedrohlich vor ihrem Tor, kann sie bereits 4-5 Sekunden später selbst ein Tor geschossen haben. Man muss wirklich sehr gedankenschnell sein, möchte man mit guten Spielern mithalten.
Eine ganz besondere Faszination macht dann in meinen Augen noch aus, welche Kunststücke man mit Hilfe des Schlägers dann vollziehen kann. Da der Schläger vorn leicht gebogen ist, ermöglicht er besondere Schuss- und Lupftechniken, aber Leckereien wie die folgende (man braucht oft die Zeitlupe um zu begreifen, was beim Innebandy gerade geschehen ist):
Krass, oder?
Kommen wir nun langsam aber sicher zu dem aktuellen Anlass dieses Blogeintrages.
Die Geschichte des Innebandys beginnt für mich 2007. Damals spielte ich es zum ersten Mal. In meiner Nation in Uppsala gab es zu der Zeit die Gelegenheit sich der Gruppe anzuschließen, die sich einmal die Woche zum lockeren Spiel traf. Natürlich war ich insbesondere am Anfang der Schlechteste, aber irgendwie hat es doch ziemlich Spaß gemacht. Und so überlegte ich auch in Deutschland weiterzuspielen. Und 2008 war es dann endlich soweit: Ich schloss mich der Gruppe im Unisport in Konstanz an. Welch weise Entscheidung! Ich hatte das Glück, dass die Leute nett waren (dafür habe ich auch teilweise selbst gesorgt indem ich einfach die netten Leute die ich kannte nach und nach überredet habe mitzukommen), aber vor allem einen super Trainer! Der nicht nur vermochte, eine positive Grundstimmung in die Gruppe zu bringen, sondern auch durch seine Erfahrung unter anderem als Bundes- und Nationalspieler (wenn ich jetzt nicht Angst hätte was durcheinander zu bekommen würde ich sogar behaupten er war in der ersten deutschen Unihockey-Nationalmannschaft) sehr viel weitergeben und beibringen konnte. Auf das Beispiel Fußball übertragen müsst ihr euch das also ungefähr so vorstellen als hätte ich es in England kennengelernt und meine Fähigkeiten unter Franz Beckenbauer dann perfektioniert. So ungefähr kommt das hin. :-)
Nun ja, und was läge näher, als jetzt den Kreis zu schließen und mit dem neugewonnenen Können zu schauen, wie ich jetzt in Schweden klarkomme? Genau. Und letzte Woche hatte ich es endlich geschafft, die vielen Widrigkeiten aus dem Weg zu räumen, die sich mir in den selbigen gestellt hatten: Ich habe die Verletzung auskuriert, ich habe den Gruppe gewechselt (die erste hatte ihren Dienst nach meiner Anmeldung samt Bezahlung eingestellt, wobei ich da keinen kausalen Zusammenhang annehmen möchte), habe die 3-monatigen Sommerferien abgewartet, geduldig ertragen dass die ersten drei Male danach ausfielen, und dann war es endlich soweit: Ich konnte wieder spielen. :-) Etwas holprig noch anfangs, etwas eingeschüchtert durch die Stärke der Mitspieler, aber dann doch immer munterer aufspielend. Bis zur 27. Minute! (Der Zeitpunkt ist aus dramaturgischen Gründen gewählt, in Wirklichkeit habe ich natürlich nicht auf die Uhr geschaut.) Da sah die Situation nämlich wie folgt aus:
Schläger kaputt. Einfach so! Der damit abgefeuerte Schuss wäre sicherlich reingegangen (so war es nur der Pfosten), aber der Schuss selbst kann kaum Erklärung sein, irgendwie muss der Schläger vorher im Getümmel (und die Knaben gehen keineswegs zimperlich zur Sache!) angeknackst worden sein. Äußerst betrüblich! Nun werde ich mir also einen neuen Schläger kaufen müssen, wo mir der alte doch sehr ans Herz gewachsen war und für einige Tore gut war.
Dennnoch noch ein paar "Actionbilder", im Spiel geschossen.
Auch wenn der Eindruck aufkommen mag: Es ist eine Sportart, die man keineswegs nackt ausüben muss. Allerdings erweist es sich als sehr zweckmäßig um die beiden Mannschaften zu unterscheiden. Und wenn man sich erst einmal damit abgefunden hat mit nackten, nassen Männeroberkörpern in Kontakt zu kommen (ich weiß, die weiblichen Leser träumen sich gerade hierher), geht es auch.
Interessant ist übrigens auch, wie hier die Mannschaften eingeteilt werden. Es wird nicht gewählt oder nach T-Shirt-Farbe bestimmt, sondern alle werfen den Schläger in die Mitte, und dann teilt die einer "blind" auf zwei Haufen, und schwupps ist die Mannschaft fertig. Das hat dann zwar mal zur Folge, dass man (wie gestern) 3 Mal hintereinander gegen die ganzen Guten spielen darf, aber das wird dann knallhart durchgezogen. Hab trotzdem 4 Tore geschossen. :-)
Nun zu der eingangs erwähnten Anekdote. Gestern erwähnte ich beim Mittagessen in der Uni nach meinen Wochenendplänen gefragt, dass ich in der Stadt einen neuen Hockeyschläger kaufen möchte. Und da bot mir ein Kollege direkt an, ich könnte für den Abend seinen leihen, der stünde bei ihm im Büro. Und so kam es dann auch. Und ich denke, wenn eine Sportart jedem bekannt ist und viele es schon einmal gespielt haben oder sogar einen Schläger parat haben, kann man fraglos davon sprechen, dass die Sportart in der Bevölkerung fest verankert ist. :-)
Nun wisst ihr also was Innebandy ist. Also worauf wartet ihr, probiert's mal aus, macht echt Spaß! :-)
Viele Grüße!
Hendrik
Montag, 30. August 2010
Abschiedsfeier
Donnerstag, 1. Juli 2010
Mittsommer
PS.: Erst jetzt veröffentlicht, nachdem ich die Bilder hochladen konnte.
Mittwoch, 2. Juni 2010
Dinge, die man mit Aceton prima wegrubbeln kann
- Plastikdeckel.
Viele Gruesse (auch an die unter euch die bisher glaubten ich hätte einen gefahrlosen Job)!
Hendrik
Sonntag, 30. Mai 2010
Die Zeit, das Sputtern - und ein Erfolg!
ich habe eure Geduld wirklich auf eine harte Probe gestellt, das gebe ich zu. Ich habe sicherheitshalber mal nicht nachgeschaut, wann ich hier das letzte Mal gebloggt habe. Es ist einfach viel zu lange her. Aber ich habe einfach auch viel zu wenig Zeit. Das werden sicher auch die unter euch gemerkt haben, die weiterhin den persönlichen Kontakt zu mir pflegen. Vorerst ist auch keine Besserung in Sicht, aber heute, heute habe ich mal ein paar Minuten, um zumindest ein bisschen was zu schreiben.
Der geneigte Leser fragt sich vielleicht, wie es zu diesem enormen Zeitmangel kommen kann. Nun ja, einen großen Anteil daran hat sicherlich die Uni. Inzwischen hat mich die Diplomarbeit dann doch sehr vereinnahmt. Prinzipiell ist dies natürlich ein gutes Zeichen, denn das heißt es geht voran. Dennoch kostet es auch Kraft, und so muss ich momentan parallel auch noch 3 Vorträge vorbereiten, die leider auch nicht inhaltsgleich sind, weshalb ich beispielsweise auch den gestrigen Samstag bis nach 20 Uhr in der Uni verbracht habe. Was aber passiert gerade bei meiner Diplomarbeit?
Ihr erinnert euch an das Sputtern? Genau, diese Art Verdampfung mit einer Anlage, die nicht immer ganz zuverlässig das abliefert, was man sich von ihr erhofft, oder auf gut Deutsch ständig kaputt ist. Nach der ersten Sputterrunde hatte ich einen Haufen Proben zu analysieren und eine Menge Daten zu ordnen. Kurz vor Ostern habe ich das allererste Mal eine meine Proben mit Schwefel im Ofen zu dem Material verbacken, das ich letztendlich haben möchte. Kurz nach Ostern gelang damit sogar schon die erste Solarzelle! Welch ein Erfolg, und dies schon nach so wenigen Monaten. Der Wirkungsgrad der "Solarzelle" (sie hat eine Größe von vielleicht einem Quadratmillimeter) ist 0,1%. Der Wirkungsgrad beschreibt, wieviel der Energie, die im Sonnenlicht steckt, effektiv in Strom umgewandelt werden soll, und soll natürlich so hoch wie möglich sein. Kommerzielle (Silizium-)Module erreichen zwischen 15 und 20%. Man muss also kein Physiker sein um zu erkennen, dass 0,1% noch nicht rasend gut sind. Dennoch, wir konnten damit zeigen, dass wir auf unserem Weg im Prinzip das Material CZTS herstellen und daraus Solarzellen machen können.
Nun haben wir uns aber nicht damit begnügt es im Prinzip zu können. Wir wollten uns natürlich verbessern. Und so wurde die nächste Sputterrunde geplant. Und einen Plan hatte ich mir schnell überlegt und aufgestellt, nur - und das wird für viele von euch überraschend kommen - die Maschine spielte nicht mit. Die andere Person, die damit arbeitet, hatte so ihre liebe Müh vernünftige Proben damit herzustellen. Bis das in den Griff bekommen war vergingen erst mal wieder Wochen... . Doch dann durfte ich endlich ran, Anfang letzter Woche! Das Beste hoffend machte ich mich optimistisch ans Werk - nur um wieder auf einen Haufen Probleme zu stoßen. Doch wie sagt mein Betreuer Tomas so gern? Wenn es alles problemfrei funktionieren würde könnte man jeden Deppen an die Maschine stellen, so schwer ist die nicht zu bedienen. Stimmt zwar, nervt aber trotzdem. :-) Immerhin, wir bekamen es in den Griff, und im Moment läuft alles bewundernswert stabil. Ich habe sogar schon eine neue Zelle herstellen gekonnt und...
...das war eine ziemliche Pleite. Es war leider kein Wirkungsgrad messbar, man spricht da von einer "geshunteten" Zelle, im Prinzip ist das Material so schlecht, dass ein Kurzschluss auftritt.
Davon lasse ich mich aber nicht entmutigen, es war ja nur eine von vielen Proben. Und außerdem gibt es noch eine andere, weit positivere Nachricht.
Aus einer meiner alten Proben hat Lotten, die andere Betreuerin, eine weitere Solarzelle hergestellt. Und ausgemessen. Und plötzlich kam sie mit der Nachricht zu mir: Sie hat 1% Wirkungsgrad gemessen! Das 10-fache der letzten Probe, und das auf einer bedeutend größeren (mehrere Quadratmillimeter) Fläche. Je kleiner die Fläche, desto eher ist ein hoher Wirkungsgrad möglich, weil der natürlich einen Mittelwert angibt, und wenn man sich ein besonders leckeres Stückchen der Probe raussucht kann man damit den Wirkungsgrad erhöhen. Und genau das hat Lotten dann in der Folge auch gemacht, und ist damit in einem Gebiet bis auf 2,6% Wirkungsgrad gekommen!! Es ist schwer für einen Außenstehenden zu vermitteln, welch ein Erfolg das ist; aber zum Vergleich: Bis vor 2 Monaten lag der Rekord überhaupt für mein Material weltweit bei 6,7%. Bei einer japanischen Arbeitsgruppe, die seit 15-20 Jahren an dem Material forscht. Nun konnten wir natürlich deren Wissen in begrenztem Umfang nutzen, allerdings benutzen wir auch eine andere Methode (sputtern) und besonders für's Schwefeln eine ausgefallene, sagen wir mal seehr experimentelle Methode. Es ist also gefühlt noch viel Luft nach oben. Zudem kommt dieser Erfolg gerade rechtzeitig, um noch in meine Vorträge einfließen zu können. Und mal ehrlich: 2,6% klingt doch wesentlich besser als 0,1%, oder?
Ich habe sogar schon eine Idee, woher dieser Riesenunterschied kommen könnte (kam mir gestern in der Uni; man kann einfach viel besser nachdenken wenn man allein ist). Aber dazu möchte ich lieber noch nichts schreiben sondern es erst mal mit weiteren Zellen überprüfen. Anhand nur einer Zelle wäre das wenig wissenschaftliche da schon Schlüsse zu ziehen. Wenn es aber so wäre wie ich es mir denke wäre es schon extrem witzig. Aber dazu dann gegebenenfalls ein anderes Mal mehr.
Am gleichen Tag - vorgestrigen Freitag nämlich - hat mir übrigens (unabhängig von dem später am Tage eintretenden Erfolgserlebnis) die Professorin nahe gelegt, mich für die hier in der Arbeitsgruppe bald neugeschaffene Doktorandenstelle für mein Material zu bewerben. Aber das muss ich mich erst Mal seehr gründlich durch den Kopf gehen lassen. Und nicht nur durch meinen. Aber ein schönes Gefühl der Wertschätzung schafft es trotzdem, keine Frage. :-)
Damit wisst ihr jetzt über einen der Hauptgründe für mein spärliches Blogverhalten Bescheid. Ein anderer ist, dass mein geliebter Laptop leider den Geist aufgegeben hat. Deshalb bin ich momentan auf den Computer in der Uni und - sofern verfügbar - das Netbook meiner Familie hier angewiesen. Das heißt, selbst wenn ich mal Zeit habe ist möglicherweise keine Möglichkeit es der Welt zu verkünden greifbar. Und auch Fotos kann es so auf absehbare Zeit keine geben. Aber die Fotos stießen hier ja meist eh nicht auf so große Resonanz, meist hieß es ja "weniger Fotos - mehr Text!". ;-)
Habt eine schöne Woche, und hoffentlich bis bald!
Hendrik
Computer









