Treue Leser dieses Blogs,
ich habe eure Geduld wirklich auf eine harte Probe gestellt, das gebe ich zu. Ich habe sicherheitshalber mal nicht nachgeschaut, wann ich hier das letzte Mal gebloggt habe. Es ist einfach viel zu lange her. Aber ich habe einfach auch viel zu wenig Zeit. Das werden sicher auch die unter euch gemerkt haben, die weiterhin den persönlichen Kontakt zu mir pflegen. Vorerst ist auch keine Besserung in Sicht, aber heute, heute habe ich mal ein paar Minuten, um zumindest ein bisschen was zu schreiben.
Der geneigte Leser fragt sich vielleicht, wie es zu diesem enormen Zeitmangel kommen kann. Nun ja, einen großen Anteil daran hat sicherlich die Uni. Inzwischen hat mich die Diplomarbeit dann doch sehr vereinnahmt. Prinzipiell ist dies natürlich ein gutes Zeichen, denn das heißt es geht voran. Dennoch kostet es auch Kraft, und so muss ich momentan parallel auch noch 3 Vorträge vorbereiten, die leider auch nicht inhaltsgleich sind, weshalb ich beispielsweise auch den gestrigen Samstag bis nach 20 Uhr in der Uni verbracht habe. Was aber passiert gerade bei meiner Diplomarbeit?
Ihr erinnert euch an das Sputtern? Genau, diese Art Verdampfung mit einer Anlage, die nicht immer ganz zuverlässig das abliefert, was man sich von ihr erhofft, oder auf gut Deutsch ständig kaputt ist. Nach der ersten Sputterrunde hatte ich einen Haufen Proben zu analysieren und eine Menge Daten zu ordnen. Kurz vor Ostern habe ich das allererste Mal eine meine Proben mit Schwefel im Ofen zu dem Material verbacken, das ich letztendlich haben möchte. Kurz nach Ostern gelang damit sogar schon die erste Solarzelle! Welch ein Erfolg, und dies schon nach so wenigen Monaten. Der Wirkungsgrad der "Solarzelle" (sie hat eine Größe von vielleicht einem Quadratmillimeter) ist 0,1%. Der Wirkungsgrad beschreibt, wieviel der Energie, die im Sonnenlicht steckt, effektiv in Strom umgewandelt werden soll, und soll natürlich so hoch wie möglich sein. Kommerzielle (Silizium-)Module erreichen zwischen 15 und 20%. Man muss also kein Physiker sein um zu erkennen, dass 0,1% noch nicht rasend gut sind. Dennoch, wir konnten damit zeigen, dass wir auf unserem Weg im Prinzip das Material CZTS herstellen und daraus Solarzellen machen können.
Nun haben wir uns aber nicht damit begnügt es im Prinzip zu können. Wir wollten uns natürlich verbessern. Und so wurde die nächste Sputterrunde geplant. Und einen Plan hatte ich mir schnell überlegt und aufgestellt, nur - und das wird für viele von euch überraschend kommen - die Maschine spielte nicht mit. Die andere Person, die damit arbeitet, hatte so ihre liebe Müh vernünftige Proben damit herzustellen. Bis das in den Griff bekommen war vergingen erst mal wieder Wochen... . Doch dann durfte ich endlich ran, Anfang letzter Woche! Das Beste hoffend machte ich mich optimistisch ans Werk - nur um wieder auf einen Haufen Probleme zu stoßen. Doch wie sagt mein Betreuer Tomas so gern? Wenn es alles problemfrei funktionieren würde könnte man jeden Deppen an die Maschine stellen, so schwer ist die nicht zu bedienen. Stimmt zwar, nervt aber trotzdem. :-) Immerhin, wir bekamen es in den Griff, und im Moment läuft alles bewundernswert stabil. Ich habe sogar schon eine neue Zelle herstellen gekonnt und...
...das war eine ziemliche Pleite. Es war leider kein Wirkungsgrad messbar, man spricht da von einer "geshunteten" Zelle, im Prinzip ist das Material so schlecht, dass ein Kurzschluss auftritt.
Davon lasse ich mich aber nicht entmutigen, es war ja nur eine von vielen Proben. Und außerdem gibt es noch eine andere, weit positivere Nachricht.
Aus einer meiner alten Proben hat Lotten, die andere Betreuerin, eine weitere Solarzelle hergestellt. Und ausgemessen. Und plötzlich kam sie mit der Nachricht zu mir: Sie hat 1% Wirkungsgrad gemessen! Das 10-fache der letzten Probe, und das auf einer bedeutend größeren (mehrere Quadratmillimeter) Fläche. Je kleiner die Fläche, desto eher ist ein hoher Wirkungsgrad möglich, weil der natürlich einen Mittelwert angibt, und wenn man sich ein besonders leckeres Stückchen der Probe raussucht kann man damit den Wirkungsgrad erhöhen. Und genau das hat Lotten dann in der Folge auch gemacht, und ist damit in einem Gebiet bis auf 2,6% Wirkungsgrad gekommen!! Es ist schwer für einen Außenstehenden zu vermitteln, welch ein Erfolg das ist; aber zum Vergleich: Bis vor 2 Monaten lag der Rekord überhaupt für mein Material weltweit bei 6,7%. Bei einer japanischen Arbeitsgruppe, die seit 15-20 Jahren an dem Material forscht. Nun konnten wir natürlich deren Wissen in begrenztem Umfang nutzen, allerdings benutzen wir auch eine andere Methode (sputtern) und besonders für's Schwefeln eine ausgefallene, sagen wir mal seehr experimentelle Methode. Es ist also gefühlt noch viel Luft nach oben. Zudem kommt dieser Erfolg gerade rechtzeitig, um noch in meine Vorträge einfließen zu können. Und mal ehrlich: 2,6% klingt doch wesentlich besser als 0,1%, oder?
Ich habe sogar schon eine Idee, woher dieser Riesenunterschied kommen könnte (kam mir gestern in der Uni; man kann einfach viel besser nachdenken wenn man allein ist). Aber dazu möchte ich lieber noch nichts schreiben sondern es erst mal mit weiteren Zellen überprüfen. Anhand nur einer Zelle wäre das wenig wissenschaftliche da schon Schlüsse zu ziehen. Wenn es aber so wäre wie ich es mir denke wäre es schon extrem witzig. Aber dazu dann gegebenenfalls ein anderes Mal mehr.
Am gleichen Tag - vorgestrigen Freitag nämlich - hat mir übrigens (unabhängig von dem später am Tage eintretenden Erfolgserlebnis) die Professorin nahe gelegt, mich für die hier in der Arbeitsgruppe bald neugeschaffene Doktorandenstelle für mein Material zu bewerben. Aber das muss ich mich erst Mal seehr gründlich durch den Kopf gehen lassen. Und nicht nur durch meinen. Aber ein schönes Gefühl der Wertschätzung schafft es trotzdem, keine Frage. :-)
Damit wisst ihr jetzt über einen der Hauptgründe für mein spärliches Blogverhalten Bescheid. Ein anderer ist, dass mein geliebter Laptop leider den Geist aufgegeben hat. Deshalb bin ich momentan auf den Computer in der Uni und - sofern verfügbar - das Netbook meiner Familie hier angewiesen. Das heißt, selbst wenn ich mal Zeit habe ist möglicherweise keine Möglichkeit es der Welt zu verkünden greifbar. Und auch Fotos kann es so auf absehbare Zeit keine geben. Aber die Fotos stießen hier ja meist eh nicht auf so große Resonanz, meist hieß es ja "weniger Fotos - mehr Text!". ;-)
Habt eine schöne Woche, und hoffentlich bis bald!
Hendrik
Computer
Sonntag, 30. Mai 2010
Freitag, 23. April 2010
NKF-Gasque
Hallo ihr!
Und so ging ein schöner Tag mit wirklich außergewöhnlich viel Gesang zu Ende. Und wem das alles jetzt doch auf die Dauer zu viel Chor geworden ist, dem sei gesagt dass ich demnächst auch mal wieder versuche etwas zu einem anderen Thema zu schreiben. Sobald ich die Zeit dafür finde. ;-)
Harmonische Grüße!
Hendrik
Dem aufmerksamen Leser meines Blog wird nicht entgangen sein, dass ich beim vorletzten Eintrag eine nebulöse Andeutung gemacht habe, der Tag wäre nach dem großen Konzert mit Flügelabgang noch lange nicht vorbei gewesen. Den Abend werde ich jetzt nachreichen.
Der für die Chöre so richtig spaßige Teil kam - so schön das Konzert auch war - nämlich im Verborgenen erst abends. Da war nämlich das große Gasque der Chöre. Gar nicht so einfach dort reinzukommen, es gab nämlich deutlich mehr Anwärter auf die raren Plätze als selbige vorhanden waren. Dennoch gelang es mir nach einigem Hin und Her, Zittern und Bangen, und durch Anwendung hier nicht näher beschriebener Tricks mich in diese Veranstaltung hineinzuschmuggeln.
Das NKF-Gasque ist ein ganz besonderes Gasque. (Kann es sein dass ich das bei jedem Gasque behaupte? Egal, hier triftt es ganz sicher zu!) Denn da nur Chormitglieder dort sind, herrscht eine besondere Stimmung, alle verbindet schließlicht etwas, was auch den Gesprächseinstieg mit den Sitznachbarn sehr vereinfacht. Außerdem neigen Chöre dazu, ein besonders tolles Rahmenprogramm bei all ihren Veranstaltungen (Chorwochenende, Gasque, Ball,...) aufzufahren und zu organisieren, so dass es an Ablenkung wahrlich nicht fehlt. So hatte dieses Gasque auch ein Motto, und zwar das Motto "Das Gesicht zu den Sternen", um mal mein holpriges Schwedisch zu bemühen. Dies bedeutete, dass der ganze Abend immer wieder bezug auf dieses - zugegebenermaßen sehr freie - Motto nahm, vor allem aber jeder dazu eingeladen war, sich dem Motto gemäß zu verkleiden. Und begeisterungsfähig wie alle im Chor immer sind, sind tatsächlich auch alle diesem Aufruf gefolgt und haben sich verkleidet. Alle? Nun ja...einer nicht. Das war leider ich. Zum einen fehlte mir dafür die tolle Verkleidungskiste, die wir früher zu Hause immer hatten, und zum anderen war ich meilenweit davon entfernt mir auch nur Gedanken über ein Kostüm machen zu können, geschweige denn die Zeit dafür zu haben es zu realisieren. Das war etwas schade, aber alle anderen hatten sich wahrlich viel Mühe gegeben. Entsprechend dem weitgefassten Motto war auch alles Mögliche vertreten: Von Mr. Spock über eine NASA-Mondrakete bis zu echten Weltstars konnte man jedes Kostüm finden. Wer kennt zum Beispiel diese schwedischen Legenden?
Jede Wette, dass die jemand errät.
Was sagt die ältere Generation meiner Leser?
Eine weitere schöne Sache an solch einem Gasque ist, dass trotz des vollen Programms und der Tatsache, dass natürlich wie immer gut und viel gegessen wird (da es schon hieß es ginge in meinem Blog immer nur um's Essen kommen jetzt hier mal ausnahmsweise keine Bilder dazu), wie auch bei anderen Gasques fleißig gesungen wird. Und glaubt mir, es ist wirklich etwas gaaanz anderes, ob 70 mäßig begabte Menschen ein Lied grölen oder weit über 200 geübte Chorstimmen ein die Melodie anstimmen. Da möchte man fast nicht mehr ohne.
Das alles ist aber noch nicht das wahre Highlight. Die Krönung des Abends ist nämlich ein Wettbewerb, der Kampf um die "Goldene Gabel" (möglichweise lautet die Korrekte Übersetzung auch "Goldene Stimmgabel", dass darf sich jeder selbst aussuchen). Da treten nämlich in einem erbarmungslosen Wettstreit alle Chöre gegeneinander an, wer das beste Lied auf die Bühne bringt. Dabei zählt neben stimmlicher Qualität auch der Gesamtauftritt samt Performance, und da lassen sich schon alle was richtig Gutes einfallen. Auch wir waren präpariert, mit einem Lied über den Östgöta-Dialekt - ähnlich schön und beliebt wie bei uns das Sächsische. Damit konnten wir seltsamerweise das Publikum in der Östgöta-Nation, wo das Ganze stattfand, nicht für uns begeistern. Zumindest den parteiischen Teil, alle anderen Chöre konnten herzhaft darüber lachen. Zum Sieg reichte es dennoch nicht, den holte sich - Ehre gerettet - aber immer der Männerchor meiner Nation (wir waren am zahlreichsten vertreten, mit Damen-, Herren- und gemischtem Chor). Unsere Männer rissen mit ihrem Auftritt vor allem das weibliche Publikum mit und wussten mit einem Medley der größten Hits der Backstreetsboys die Damenherzen zu schmelzen. Naja, sei's ihnen gegönnt, im Männerchor hat man was die Auswahl an Frauen angeht ja ein eher hartes Leben. ;-)
Übrigens das erste Mal, dass ich den Männerchor
ohne Frack gesehen habe.
Zwischen all dem Trubel blieb kaum Zeit sich mit seinen Sitznachbarinnen zu unterhalten. Ich hatte aber Glück dieses Mal, denn ich saß nur zwei Plätze weiter von unserem Dirigenten Henrik Larsson und konnte mich endlich mal länger mit ihm unterhalten. Dabei entstand auch dieses Foto.
Er ging übrigens als der schwedische (Ex-)Fußballationalspieler
Henrik Larsson... . Wie passend! :-)
Erwähnenswerter Weise war der Abend teilweise sehr deutschlastig. Mir gegenüber saß eine Halbdeutsche, ein Chor präsentierte ein Lied in Lederhosen und teilweise auf Deutsch (kaum zu verstehen, aber naja), und auch im Programm der Lieder die wir alle gemeinsam zum Essen gesungen war ein deutsches zu finden. Wer auch immer dieses Lied gesetzt hat schien jedoch nicht zu ahnen, wie sinnverändernd schon der Tausch von zwei Buchstaben sein kann.
Das Königslied.
Harmonische Grüße!
Hendrik
Donnerstag, 22. April 2010
Winter
Hallo zusammen,
dieses Bild erwartete mich, als ich heute Morgen aus dem Fenster schaute:
Aktueller Stand: Schneefall, und zwar in dicken, weißen Flocken, kein Schneeregen oder so. :-)
Viele Grüße aus Schweden.
Hendrik
dieses Bild erwartete mich, als ich heute Morgen aus dem Fenster schaute:
Aktueller Stand: Schneefall, und zwar in dicken, weißen Flocken, kein Schneeregen oder so. :-)
Viele Grüße aus Schweden.
Hendrik
Mittwoch, 14. April 2010
NKF
Geehrte Leser,
wie sicher die meisten von euch gemerkt haben (und sei es nur dadurch, dass sie nichts von mir gehört haben), gehört fehlende Arbeitsauslastung momentan nicht zu meinen primären Problemfeldern. Deshalb wird hier im Blog derzeit auch nur sehr spärlich geschrieben, obwohl es sicherlich jede Menge zu berichten gäbe. Heute ist es jedoch wieder einmal so weit, also leset gespannt. (Vielleicht wäre es eine Maßnahme den Eintrag zweimal zu lesen, dann kommt er euch wie zwei vor oder so.)
Schon einige Zeit her, aber chronologisch jetzt an der Reihe ist das Nationskörfestivalen (NKF), übersetzt Nationschorfestival. Dabei handelt es sich um eine recht große Veranstaltung, bei der (fast) alle Nationschöre (lies: Nations-chöre) bei einem Konzert auftreten. Mit diesem Versprechen lässt sich immerhin die Aula der Universität füllen und ein Eintrittsgeld von 10€ pro Person verdienen. Und die Aula der Uni ist nicht klein, dafür aber umso prächtiger!
Bei so vielen Chören ist natürlich volles und vor allem ein breites Programm geboten, von Klassik bis zu moderner Popmusik. Doch als wären viele einzelne Chöre noch nicht genug, gibt es auch noch einen großen Chor mit Mitgliedern aus allen Chören. Dieser wird immer (die Veranstaltung findet jedes Jahr statt) von einem - in Schweden - berühmten Dirigenten geleitet. Das funktioniert natürlich nicht aus dem Stehgreif, sondern zuvor gibt es drei dreistündige Proben. Leider war ich bei dem großen Chor nicht dabei, denn von der ersten Probe habe ich nicht erfahren, und bei der zweiten war ich aus anderen Gründen verhindert. Naja, und nur für die letzte Probe braucht man dem Stardirigenten vermutlich gar nicht erst kommen. Aber was soll ich sagen, diesem Chor zuzuhören war das vielleicht sogar noch größere Erlebnis. Geboten wurde Carl Orffs "Carmina Burana", was vermutlich selbst Leute mit mauer musikalischer Vorbildung kennen werden. Vielleicht nicht vom Namen her, aber die Musik. Ich glaube sie wird ihrer Dramatik wegen auch gerne mal in Filmtrailern benutzt. Hier der Teil aus "Oh Fortuna", den man kennen könnte (Banausen die nicht das Sitzfleisch für die vollen 5 Minuten haben spulen vor zu Minute 1:05 und hören sich wenigstens die folgende Minute an).
Der große Chor (nur ein Teil zu sehen, nach hinten kamen
noch jede Menge weitere Damen).
So etwas live und von guten Sängern zu hören (Instrumente waren auch dabei) ist wirklich ein großartiges Erlebnis!
Der große Chor kam anfangs und am Ende nochmal, und dazwischen - unterbrochen von einer Pause, da das Ganze über 2 Stunden ging - dann die anderen Chöre. Fast alle Chöre versuchten auch vom Outfit her Glanzpunkte zu setzen, was, naja, auch den meisten gelang.
Man beachte Tarzan, der offensichtliche Angst um seine
spärliche Bekleidung hatte (rutschte wohl ein wenig).
Es waren wirklich schöne Sachen dabei, die ich gerne wie auch den Auftritt des großen Chors hier hochladen würde. Dafür und schon für das vorherige Komprimieren der Videos fehlt mir aber gerade beim besten Willen die Zeit. Ihr müsst mir also alles so glauben. ;-)
Ziemlich gegen Ende kamen dann auch wir. Und sorgten schon vor Beginn des Liedes ("We are the world") für großes Aufsehen, was uns immerhin bis in die Zeitung gebracht hat. Wir selbst wussten erst gar nicht was los ist, denn unser Auftritt begann so, dass wir zu Beginn mit dem Rücken zum Publikum standen.
Noch bevor wir den ersten Ton gesungen hatten hörte man plötzlich gellende Schreie im Publikum (als würde die Decke einstürzen), gefolgt von einem lauten "Rumms" (laut, aber zum Glück nicht ganz so als würde die Decke einstürzen). Was war passiert? Henrik, unser Dirigent, hatte versucht den Deckel des Flügels ein wenig anzuheben. Doch dieser machte sich auf unerklärliche Weise flugs davon und stürzte von der Bühne, wo nicht weit entfernt die erste Reihe saß. Ich weiß nicht warum, aber es wurde glücklicherweise keiner verletzt. Von einem Flügeldeckel getroffen zu werden kann sicher böse Folgen haben. Dieses Ereignis animierte jedenfalls die lokale Zeitung "Upsala Nya Tidningen" (mit einem 'p') zu der Überschrift "Flügel bekam Flügel":
Wer sich die Mühe macht den Text durchzulesen wird unseren Chor auch namentlich erwähnt finden. Vielleicht erkennt man mich sogar auf dem Foto? Sieht so aus als hätte ich entsetzt die Hände vors Gesicht geschlagen.
Nun ja, die Aufmerksamkeit des Publikums war uns nach dieser Aktion trotz fortgeschrittener Dauer des Konzerts nun natürlich sicher, und trotz des Schrecks legten wir wie ich finde einen ziemlich guten Auftritt hin, bei dem das Publikum bei dem letzten Refrain sogar richtig mitsang und viele ihre Feuerzeuge schwenkten ("We are the world" kann man bei youtube nachhören, Feuerzeuge passen da gegen Ende sehr gut).
Die Männer beginnen in diesem Lied.
Im Zuge unsere ausgefeilten Choreographie schritten
die Damen im Verlauf des Liedes zwischen uns hindurch
und traten nach vorn (sind ja auch hübscher anzusehen).
Szene zeigt Ende des Auftritts.
War eine großartige Sache dieses Konzert, machte Spaß vor so vielen Leuten aufzutreten, aber auch für umsonst so viele gute Chöre singen zu hören.
Der Tag war damit noch lange nicht vorbei, aber davon erzähle ich euch ein anderes Mal.
Bis dahin!
Hendrik
Sonntag, 28. März 2010
Der Chorauftritt
Verehrte Leserschaft,
in dem Versuch diesen Blog wieder ein wenig regelmäßiger zu beleben möchte ich euch heute von einem Auftritt unseres Chors, der zwar schon gut 2 Wochen zurückliegt, nichtsdestotrotz aber ein großer Erfolg war, berichten.
Es handelte sich dabei um einen der bezahlten Auftritte, die unser Chor auch macht. Zum einen treten wir natürlich bei Gelegenheiten wie dem Kulturgasque unserer Nation auf. Aber manchmal werden wir auch von Unternehmen eingeladen, und die bezahlen dann tatsächlich auch etwas. In diesem Fall war es ein Biotechnologieunternehmen, dass auf einem Schloss etwas außerhalb von Uppsala ein Festessen für Mitarbeiter und Lieblingskunden abhielt, und dafür eine angemessene Unterhaltung benötigte. Und offenbar hielt man uns für angemessen, denn der Redner kündigte uns als besten Chor Uppsalas an (gut, ob das nun stimmt sei mal dahingestellt). Die Lokalität habe ich im folgenden Bild mal versucht einzufangen (und keinen dummen Kommentar von Manu, dass man im Dunkeln keine Bilder machen kann ;-) ).
Man erkennt denke ich den langen, beleuchteten
Weg zum Landsitz/Schloss, das auch innen wirklich
äußerst luxuriös und komfortabel eingerichtet war.
Wir Sänger selbst kriegen von dem Geld direkt nichts, das wandert in die Chorkasse (in dem Fall glaube ich rund 200€). Aber es wurde die Busfahrt dorthin bezahlt, und wir haben dort von dem richtig, richtig guten Essen bekommen, das auch die Gesellschaft bekam.
Lamm
Der Auftritt war ein voller Erfolg mit großem Jubel, so dass wir sogar noch mal zurückkommen mussten und spontan ein weiteres Lied zum Besten gaben. Leider eines, das ich nicht sonderlich gut kannte, aber hat bestimmt keiner gemerkt. :-)
Damit ihr euch mal ein wenig vorstellen könnt, wie wir so sind, folgendes Video. Die Bildqualität ist zwar nicht so doll, etwas unscharf, so dass man die ganzen scharfen Jungs und Mädels aus dem Chor nicht so gut erkennt, aber es geht in diesem Fall ja eh mehr um das Akustische. :-)
Das Lied ist auf Französisch und heißt "Tourdion". Klingt schon nicht so schlecht, oder? :-)
Viele Grüße!
Hendrik
Freitag, 26. März 2010
Sprachlicher Fehltritt des Tages
Hallo Leute,
einige unter euch erinnern sich sicher noch, wie ich seinerzeit in Schweden dank meiner erbarmungswürdigen Englischkenntnisse einen meiner Korridormitbewohner versehentlich fragte wo man hier in Schweden Jungfrauen kaufen kann (gemeint war Essig, also vinegar statt virgin).
Nicht ganz so spektakulär, aber mir doch peinlich genug (dafür immerhin auf Schwedisch :-) ) war es heute beim Einkaufen. Ich fragte nach Schlössern, Vorhängeschlössern also, aber die (zweifelsohne nette) Angestellte wollte mich partout nicht verstehen. Leider wusste ich Vorhängeschloss nicht auf Englisch. Also habe ich es so gut wie es geht versucht auf Schwedisch zu umschreiben, weil sie von dem Wort das ich benutzte meinte sie hätten es nicht. Dabei war ich mir sicher, dass es sowas zu kaufen geben müsste. Nun ja, irgendwann hatte ich sie soweit und sie verriet mir auch das richtige Wort. Und während ich den von ihr beschriebenen Weg einschlug, wurde mir schlagartig bewusst: Ich hatte nach Locken gefragt. Nach Locken, um damit einen Schrank verschließen zu können. Naja. Das erklärt immerhin ihren etwas verwirrten Blick.
Viele Grüße.
Hendrik
einige unter euch erinnern sich sicher noch, wie ich seinerzeit in Schweden dank meiner erbarmungswürdigen Englischkenntnisse einen meiner Korridormitbewohner versehentlich fragte wo man hier in Schweden Jungfrauen kaufen kann (gemeint war Essig, also vinegar statt virgin).
Nicht ganz so spektakulär, aber mir doch peinlich genug (dafür immerhin auf Schwedisch :-) ) war es heute beim Einkaufen. Ich fragte nach Schlössern, Vorhängeschlössern also, aber die (zweifelsohne nette) Angestellte wollte mich partout nicht verstehen. Leider wusste ich Vorhängeschloss nicht auf Englisch. Also habe ich es so gut wie es geht versucht auf Schwedisch zu umschreiben, weil sie von dem Wort das ich benutzte meinte sie hätten es nicht. Dabei war ich mir sicher, dass es sowas zu kaufen geben müsste. Nun ja, irgendwann hatte ich sie soweit und sie verriet mir auch das richtige Wort. Und während ich den von ihr beschriebenen Weg einschlug, wurde mir schlagartig bewusst: Ich hatte nach Locken gefragt. Nach Locken, um damit einen Schrank verschließen zu können. Naja. Das erklärt immerhin ihren etwas verwirrten Blick.
Viele Grüße.
Hendrik
Sonntag, 21. März 2010
Das Chorwochenende
Liebe Leserinnen und Leser,
nun habt ihr wirklich hinreichend lange gewartet auf einen neuen Blogeintrag von mir. In den letzten Wochen hatte ich wirklich jede Menge zu tun, und eigentlich habe ich das immer noch. Aber bevor niemand mehr in diesen Blog schaut muss ich jetzt doch mal wieder was schreiben. Und zu berichten gibt es ja wahrlich genug. Heute sollt ihr beispielsweise erfahren wie es kam, dass ich einen ganzen Abend lang nur in Unterwäsche bekleidet an einer Festtafel saß. Leset gespannt... .
So war also vor nunmehr zwei Wochen das Chorwochenende. Wie die meisten von euch sicher wissen bin ich ja im Chor meiner Nation, und es ist ein ziemlich guter Chor. Das ist aber nicht der Hauptgrund, warum ich so gerne hingehe. Dies liegt daran, dass in diesem Chor einfach eine unglaublich gute Stimmung herrscht.
Im Chor haben sich alle lieb.
Alle sind immer gut gelaunt, man merkt wieviel Spaß alle am Singen haben und das sich im Prinzip alle untereinander gut verstehen. Dazu trägt beispielsweise der Dirigent Henrik bei, der immer gut gelaunt ist und einen witzigen Spruch auf den Lippen hat, aber auch, dass der Chor so gut organisiert ist. Man trifft sich nämlich nicht nur einfach einmal die Woche, singt und geht wieder nach Hause, und das jahrein jahraus. Stattdessen gibt es beispielsweise bei jeder Probe Fika, also die schwedische Kaffeepause. Das ist eine gute Gelegenheit, mit den anderen Chormitgliedern ins Gespräch zu kommen, wozu während der Probe wenig Möglichkeit besteht, wie leicht einzusehen ist. Dann passiert aber auch um die Chorproben herum sehr viel. Wir haben Auftritte bei Konzerten, bei Festen innerhalb und - da wir so gut sind :-) - auch außerhalb unserer Nation. Und weil wir dafür natürlich in Form sein müssen, aber auch weil wir so gerne Sachen gemeinsam machen, gibt es nun auch ein Chorwochenende pro Semester. Dazu fahren wir gemeinsam etwas außerhalb von Uppsala, in ein Haus mit Klavier, Küche und Übernachtungsmöglichkeit und proben was das Zeug hält. So auch vor zwei Wochen.
Es war wunderbares Wetter, und alles lag in tiefstem Schnee versunken. Es war wirklich herrlichstes Winterwetter.
Kaum angekommen, begannen wir direkt mit den Proben. Unsere Proben sind schon beim Einsingen etwas Besonderes, wie jeder der uns mal gehört hat bestätigen kann. Die einfachsten Übungen zum Warmmachen hören sich schon sehr schön an, sind aber gleichzeitig auch oft sehr lustig (nicht zuletzt ein Verdienst unseres Dirigenten). Das hört und sieht man.
Nach einem langen, langen Einsingen ging es dann weiter mit den "richtigen" Liedern. Wir üben sowohl für ein großes Konzert in der Universitätsaula nächstes Wochenende mit allen anderen Nationschören Uppsalas vor vielen hundert Zuschauern, als auch für ein eigenes Konzert im April. Ordentlich Programm also. Aber es macht ja großen Spaß, denn wir singen schöne Lieder, so dass man auch 5 Stunden Probe an einem Tag gut übersteht. Für unser eigenes Konzert, das "Disney-Konzert", haben wir jede Menge Lieder aus Disney-Filmen, zum Beispiel "König der Löwen" (Elton John, Circle of life) oder "Arielle". Beim Konzert in der Universitätsaula werden wir "We are the world" singen, inklusive Choreografie! :-)
Die 5-6 Stunden haben wir natürlich nicht durchgehend geprobt, sondern unterbrochen von "Fika"-Pausen.
Danach, am Abend, ging es aber erst so richtig los! Der Chor wäre nicht der Chor, wenn er nicht ein super Programm für den Abend organisiert hätte, zu dem nebenbei bemerkt jeder Einzelne beiträgt. Hier findet man es einfach lustiger, wenn sich jeder traut ein bisschen was für die allgemeine Unterhaltung zu tun, als wenn alle nur zusammensitzen, ohne dass etwas passiert. So wurden vorher alle in Gruppen eingeteilt, und zwar zu dem Oberthema "Olympische Sommerspiele". Es gab zum Beispiel die französischen Gewichtheber, die russischen Synchronschwimmerinnnen, und ich hatte das zweifelhafte Vergnügen der Gruppe "Rhythmische Sportgymnastik Lettland" zugewiesen zu werden. Nun sollte also jede Gruppe für den Abend ein Spex (ihr wisst schon, ein lustiger Beitrag in Form eines Liedes, Theaterstückes, Sketches,...) vorzubereiten. Damit war die Abendunterhaltung für unserer obligatorisches Festessen gesichert, mal gar nicht davon zu reden dass (wir sind in Schweden, wir sind im Chor) natürlich sehr viel gesungen wurde. Ich war in einer Gruppe mit vier Schwedinnen (und einem Schweden), und Frauen sind kreativ, das ist bekannt, und so beschlossen die Mädels unserem Beitrag durch enge schwarze Unterwäsche den nötigen Nachdruck und entsprechende Authentizität zu verleihen. Naja. Man fügte sich. Aus Praktikabilitätsgründen blieb uns nichts anderes übrig die Kleidung den gesamten Abend über anzuhaben, denn man weiß ja nicht wann man dran ist. Aber glaubt mir, neben Menschen mit Badeanzügen über der normalen Kleidung fühlt man sich nur noch halb so albern wie vielleicht unter normalen Umständen. Hier mal ein Eindruck von unserer mitreißenden Performance.
Überzeugend rhythmisch, gell? :-)
Aber so fantastisch wir sicherlich auf diesen Bildern rüberkommen, gewonnen haben doch die französischen Gewichtheber. Und das völlig zu recht, denn die Gruppe um "Jaque le Coque" war wirklich zum Brüllen komisch.
Und das fand nicht nur ich!
Es wurde folglich ein äußerst lebhafter und amüsanter Abend, zu dem auch einige noch als Solisten oder in verschiedenen Kleingruppen ihren Beitrag leisteten. Es ist einfach toll, wie engagiert alle sind, so etwas möglichst lustig zu gestalten. Nicht umsonst war der Chor einer der Gründe, so gerne wieder hierher zurück zu wollen. Wer das mal miterlebt hat, kann das verstehen.
Nach diesem bunten Abend ging es in die Sauna. Die Schweden lieben es zu saunieren, und so war eine Sauna im Keller ein wichtiger Faktor bei der Auswahl unserer Hütte. Zwischendurch sind die ganz Harten unter uns (oha, man höre und staune: Dazu gehörte auch ich!) hinaus in den Schnee gelaufen. Bei mir hat es allerdings nur dazu gereicht meine Füße in Eisklumpen zu verwandeln; im Schnee wälzen war mir dann doch zuviel des Guten.
Ja, so war das mit dem Chorwochenende. Und ich hoffe ich konnte mit diesem Eintrag (mit vieelen Bildern) auch die lauter werdenden Rufe nach neuen Blogeinträgen erst einmal besänftigen. ;-)
Viele Grüße!
Hendrik
Sonntag, 28. Februar 2010
Das Kulturgasque
Seid gegrüßt!
Nach den letzten, offenbar etwas schwerer verdaulichen (schließe das mal aus der Kommentarfrequenz) Beiträgen bezüglich der Uni gibt es heute mal wieder etwas aus dem Bereich "Freizeit" zu berichten. Gestern war nämlich das Kulturgasque, und wer war dabei um euch alles brühwarm zu berichten (und vielleicht auch ein bisschen weil es Spaß macht)? Richtig, ich. :-)
Das Besondere am Kulturgasque ist, dass ständig etwas passiert, und damit meine ich noch ständiger als sonst sowieso schon. Und es hat alles im weitesten Sinne mit Kultur zu tun, natürlich. Das beginnt schon damit, dass beim Sektempfang eine kleine Fotoausstellung (über den gemischten Chor) zu sehen war, eine 2-Mann-Band zur Unterhaltung beitrug und eine lustige kleine Fotostory auf einem Beamer lief.
Dann ging es in den großen Saal. Die Essensauswahl war dieses Mal sogar noch etwas feiner als sonst. Zur Vorspeise gab es beispielsweise Muscheln. In der Folge entdeckte der Autor dieses Textes seine Philie zu vegetarischem Essen; einen Wunsch, den die charmante Bedienung ohne Murren zu erfüllen wusste. Folglich wurde es für mich eine (ausgezeichnete!) Erbsensuppe.
Lecker Erbsensuppe
Im Vergleich zum letzten Gasque waren mir meine Tischnachbarn dieses Mal ungleich bekannter; die zur Rechten kannte ich noch von meinem letzten Aufenthalt in Uppsala, die zur Linken von einem Besuch 2008 und von einem Fest eines Bekannten letztens, und mir gegenüber saß meine Gastmutter. Haben uns gut verstanden übrigens. :-)
Das Programm war voll, und so gab es schon während der Erbsensuppe (ja ich weiß, dass das Robert und Judith wieder nicht gefallen wird ;-) ) eine kurze Einlage des Theaters. Sie haben ein sogenanntes "Spex" gespielt, ein Ausdruck den ich am besten gleich erkläre, weil er dieses Jahr vermutlich noch öfter fallen wird. Und zwar handelt es sich dabei um ein kurzes, lustiges Theaterstück, wenn man so will, wobei die Betonung mehr auf lustig als auf Theater liegt. In diesem Falle ging es um 4 Leute, die Brettspiel spielten, und wie sich das Ganze im schlechtesten Falle entwickelt wenn alle verschiedene Auffassungen vom Würfeln haben (Kippe, bei 6 nochmal würfeln?, Würfel fällt auf Boden: gilt der Wurf?,...kennt wohl jeder). War recht amüsant.
Spex
Ja, und dann kam auch schon das Highlight des Abends (meiner bescheidenen Meinung nach), nämlich der Auftritt des fantastischen, unvergleichlichen Västgöta-Chores (der gemischte, wohlgemerkt, in ständiger fruchtbarer Konkurrenz zum Männerchor). Die Darbietung war natürlich ein voller Erfolg, ein Genuss für Ohren und Augen.
Übrigens: Seht ihr - recht mittig hinter einer der blonden Damen - den charmanten und überaus attraktiven jungen Herrn in der zweiten Reihe? Ja? Daneben stehe ich. :-)
Immer noch keine Hauptspeise in Sicht, folgte schon bald die Rede des Ersten Kurators. Er hatte sich in einer ruhigen Minute wohl ein paar besondere Gedanken gemacht, jedenfalls ging es in der Rede im Wesentlichen um Laktose. Und ja, ich bin mir sehr, sehr sicher, dass ich keinem Übersetzungsfehler aufgesessen bin. Seht nur das Bild.
Mehr Toleranz für Laktoseintoleranz! Naja, warum auch nicht mal darüber reden?
Na, dann war es irgendwann soweit (nur ein paar Lieder später), die Hauptspeise wurde serviert, gemeinsam mit dem guten Rat auf Schrotkugeln zu achten. Es gab nämlich Wildente (bis hierhier war mir übrigens wieder eingefallen, doch kein Vegetarier zu sein), worüber vor allem die Gastmutter (zur Erinnerung in Personalunion auch Frau des Inspektors, was der Grund ihrer Anwesenheit war) ganz hin und weg war. Wild hatte sie nämlich bisher noch nicht in der Nation serviert bekommen. Und ich würde vermuten, sie hat schon einige Gasques hinter sich. Vielleicht sogar mehr als ich. ;-) Nun aber das Bild, ihr seid bestimmt schon ganz hungrig, äh neugierig.
Wildente auf Ratatouille an Bohnen und Pfifferlingen
Dann kam der Männerchor, keine Ahnung ob der sich vertraglich festschreiben lässt immer genau zum warmen Hauptgericht stören singen zu dürfen, aber auch dieses Mal war es wieder so. Immerhin konnten sie durch einen gelungenen Auftritt entschädigen. Und ich schien nebenbei der Einzige zu sein, der ein Joseph-Goebbels-Zitat für eine unangemessene Überleitung zu einem deutschen Lied (von dem ich kein Wort verstand) hielt. Aber naja.
Und dann haben wir auch wieder selber gesungen, von einem der schwungvollsten Lieder kann ich ein Bild präsentieren, das glaube ich recht erfolgreich die gute Stimmung einfängt, die so den Abend über herrscht.
Spaß wurde gehabt. :-)
Na, schon jemand unter euch der das gerne auch mal miterleben würde? :-)
Es folgten noch die Rede des Inspektors, ein weiterer Spex, und eine Kombo aus Klavierspieler und Jongliererin (oder wie heißt eine weibliche Person die jongliert?). Dann kam die Nachspeise, mmmhh war die lecker!
Weißes Schokoladen-Litschie-Mousse mit Chilikaramell (Olli!),
rotes Brombeerenparfait mit zartbittrer Schokolade. Oh ja!
Und es folgten Punsch (Likör) und Kaffee, und es wurde noch ein wenig gesungen, und es wurde sich wie üblich bei Küche und Bedienung mit einem Lied bedankt, und dann war dieser Teil des Abends beendet.
Es folgte Party mit 04-släpp, das heißt es wurden auch Leute ohne Anzug von draußen hereingelassen und mehr in eine Richtung gefeiert, die man auch aus Deutschland kennt (DJ, Bar und so, ne). Ich jedoch entdeckte die Reste meines Chors oben im ersten Stock in einem etwas abgeschiedenen Raum. Die zwei Jungs und eine nicht näher bestimmte Anzahl an Damen hatten sich dort oben die vergangenen drei Stunden seit dem Auftritt tapfer gehalten und hatten eine hübsche Unterhaltung im Gange. Da habe ich mich dann dazu gesetzt und wir haben noch viel Spaß gehabt. Und jetzt kommen wir zu einem wichtigen Punkt, wo ich tatsächlich mal euer Feedback brauche. Mich interessieren die Kommentare ja sonst schon immer brennend, aber dieses Mal ist es elementar wichtig, wenn ich mich bei der nächsten Chorprobe am Dienstag nicht blamieren will.
Und zwar brachte einer der Jungs das Thema Frauenparkplätze auf. Er wäre mal in Deutschland gewesen und hätte dort Parkplätze nur für Frauen besehen. Etwa 10 staunende, auf Widerspruch wartende Gesichter starrten mich an. "Nö na klar gibt es Frauenparkplätze bei uns, wieso hier etwa nicht?" erwiderte ich. Ungläubiges Kopfschütteln. Und dann prasselten haufenweise Fragen von allen Seiten auf mich herein: Warum gibt es Frauenparkplätze? Wo gibt es Frauenparkplätze? Gibt es die immer, und wenn ja wieviele (hunderte oder nur eine handvoll)? Woran erkennt man die? (Der Schwede meinte sie wären doppelt so breit gewesen, damit das Einparken auf jeden Fall klappt.) Wie kontrolliert man ob dort auch wirklich Frauen geparkt haben? (Der Schwede feilte weiter an seiner Beliebtheit mit der Aussage das wäre doch ganz klar, indem man schaut ob das Auto gerade in der Lücke steht oder nicht.) Wieviel kostet es Strafe, wenn man als Mann dort parkt? Was, wenn Mann und Frau gemeinsam kommen und die Frau einparkt, aber der Mann hinterher beim Wegfahren am Steuer sitzt? Wer hatte die Idee zu Frauenparkplätzen, und wann war das? Gibt es auch Männerparkplätze? Und immer wieder die Frage: Wofür gibt es die eigentlich?
Und ehrlich gesagt: Ich wusste es nicht. Alles andere schon nicht, aber vor allem nicht wofür eigentlich. Ich versuchte es über den Zugang mit Behindertenparkplätzen, aber das fand ich nicht befriedigend, und die Damen schon mal gleich gar nicht. Das einzige was ich zu dem Thema sagen konnte war, dass es an meiner Heimatuni direkt vor den Gebäuden einen ganzen Parkplatz nur für Frauen gibt.
Und jetzt kommt ihr ins Spiel: Irgendjemand einen blassen Schimmer, wofür das gut ist? Nicht, dass ich es den Frauen nicht gönne, aber eigentlich...? Ich habe das immer als selbstverständlich hingenommen, aber so einen richtigen Sinn, Frauen die nicht schwanger oder mit fertigen Kindern ausgestattet sind, zu bevorzugen, sehe ich eigentlich nicht. Es wird ja wohl nicht wegen dem oft unangepassten Schuhwerk der Damenwelt sein, schon gar nicht an der Uni. Ich bin völlig ahnungslos.
Gute Antworten (dazu zählen Antworten wie "Damit man Frauen gezielt aus dem Straßenverkehr ziehen kann.", und andere die meinen Status im Chor nachhaltig beschädigen, explizit nicht) bitte bis Montagabend, denn ich habe aus nicht mehr ganz nachvollziehbaren Gründen zugesichert, am Dienstag vor Beginn der Chorprobe eine kurze klärende Ansage zu dem Thema zu machen.
In Erwartung vieler hilfreicher Kommentare!
Hendrik
Freitag, 26. Februar 2010
Endlich sputtern
Hallo versammelte Freunde der Vakuumpumpen und Sputteranlagen,
vielleicht etwas überraschend gibt es jetzt schon Neuigkeiten zu meinem Dasein als Experimentalphysiker. Ich hatte euch ja von den 2 Wochen erzählt, die die reparierte Vakuumpumpe jeweils braucht bis sie bei uns sein soll. Die 2 Wochen waren heute mal wieder um, und war die Pumpe da? Natürlich nicht. (Jetzt heißt es übrigens nicht mehr "in zwei Wochen", sondern "am Montag", aber das ändert natürlich nichts an der Grundsätzlichkeit, solange sich die Zeitangabe nicht auf die Vergangenheit ("seit gestern" zum Beispiel) bezieht.) Schon Anfang dieser Woche hatte mich Tomas jedoch vor die Wahl gestellt, ob ich auf die Pumpe warten möchte oder ob wir eine weniger leistungsfähige Pumpe, die aber immerhin vorhanden ist ("rumvagabundiert", ihr erinnert euch), installieren wollen. Es wäre zwar einen Nachmittag Arbeit mit der Installation, und das nur für 3 Tage Sputtern, aber wenn erst mal die richtige Pumpe da ist hat auch zunächst jemand anders das Vorrecht, weil er schon länger (noch länger sollte man sagen) darauf wartet. Für mich wären das dann weitere 1-2 Wochen warten. Na ratet mal, wie ich mich entschieden habe. :-)
Montagnachmittag haben wir dann also die weniger leistungsstarke Pumpe installiert. Mit deren Hilfe sollte ich dann von Dienstag bis Donnerstag sputtern. Das war zufälligerweise auch der Zeitraum, in dem mein Betreuer und Sputterexperte Tomas nicht da (sondern in Deutschland) ist (Tomas ist super in Sputtern, Lotten ist super in Solarzellen, so die grobe Aufteilung). Glücklicherweise fand sich aber jemand anderes (der mit dem Sputter-Vorrecht), der sich auf Tomas' Ansuchen hin einen ganzen Vormittag Zeit nahm, mir die Funktion der Anlage zu erklären. Ich habe mir alles fein säuberlich notiert, und dann folgten drei Tage harter Arbeit mit vieeel Sputtern. Ich habe alles gegeben. :-) Was Lotten und mir nur so eingefallen ist an verschiedenen Variationen habe ich gesputtert, hoch und runter, hin und her. War fleißig also. War richtig stolz! Heute kam dann Tomas wieder - und hat alles kaputt gemacht. Und das ging so:
Tomas und ich unterhielten uns heute Morgen darüber, wie es bei mir gelaufen ist (Tomas war schon ganz gespannt, er hatte mir sogar Mails aus Deutschland geschrieben und versucht mich anzurufen). Er erzählte mir auch, dass er sich schon zuvor mit Lotten unterhalten hatte, und immer wenn er etwas gemeint hatte was ich noch hätte sputtern können hätte Lotten gesagt "Hat Hendrik schon.". Klein-Hendrik lief also mit doch etwas vor stolz geschwellter Brust durch den Korridor. Klein-Hendrik ersuchte Groß-Tomas, ihm seine fantastischen Messaufzeichnungen präsentieren zu dürfen und eilte sogleich, ihm diese eifrig zu präsentieren. Groß-Tomas brauchte nur einen Blick auf die Aufzeichnungen um 3 Tage harter Arbeit für fast wertlos zu erklären. Und zwar ist es so, dass wir beim Sputtern zwei sogenannte "Targets" haben. Diese Quellen - eine aus Kupfer und Zinn, die andere aus Zink - werden mit Ionen beschossen, dabei lösen sich die Atome und setzen sich auf der Glas- oder Siliziumscheibe, die man vorher in die Anlage gelegt hat, ab. Und schon hat man eine dünne Schicht aus Kupfer, Zinn und Zink. Wichtig ist dabei das Verhältnis der Atomsorten zueinander, nämlich 2:1:1. Und genau dabei haben Lotten und ich in einer schneller Überschlagsrechnung im Reinraum auf einem Reinraumputztuch einen fatalen Fehler gemacht. (Zugegeben, der Fehler war nicht so leicht zu sehen wie es jetzt wirkt, Tomas war sich zunächst auch nicht sicher, und es folgte eine viertelstündige Diskussion mit Lotten und anschließend eine etwa halbstündige Denkarbeit und Rechnung von mir.) Und so kam es, dass ich volle drei Tage lang systematisch nur ein Drittel der gewünschten Kupfer/Zinn-Menge aufgesputtert hatte. Dadurch sind die gemachten Proben, naja, vielleicht nicht völlig unbrauchbar, aber es wird wohl kaum eine dabei sein aus der sich mal wirklich eine funktionierende Solarzelle herstellen lässt. Und das war noch nicht alles.
Da die reparierte Pumpe noch nicht da war (Überraschung!), konnte ich ja im Prinzip wenn ich wollte heute noch den gesamten Nachmittag sputtern, um wenigstens ein paar Proben in dem (nun neu berechneten) richtigen Verhältnis zu erlangen. Dazu war ich natürlich bereit. Also wieder in den Reinraum, die Geräte angeworfen (Routine habe ich jetzt ja immerhin), und losgesputtert. Dann kam Tomas mal vorbei, obwohl er eigentlich nicht viel Zeit hatte (wenn man drei Tage nicht da ist fällt vermutlich einiges an). "Oh, du fängst mit 300 Watt Leistung an?", fragte er, nachdem wir zuvor 400 Watt abgesprochen hatten. Nein, eigentlich nicht, aber er hatte recht, der Computer zeigte das an. Dabei hätte ich schwören können, dass noch Sekunden bevor Tomas den Raum betrat 400 Watt dort standen. Jetzt sah es so aus, als würde ich seine Hinweise nicht befolgen. Aber nur kurz. Denn dann stellte sich heraus: Der Computer zeigte falsche Sachen an, einfach mal so, wie man über eine Kontrolle mit dem Gerät selbst (das eine Digitalanzeige hat) feststellen konnte. Tja. Keine Ahnung, wie oft das in den letzten Tagen schon passiert ist, aber ich kann mich an wenigstens ein Mal erinnern, wo plötzlich keine Leistung (0 Watt) angezeigt war, obwohl ich mir sicher war welche eingestellt zu haben. Ich habe das dann auf Nachlässigkeit meinerseits geschoben, aber muss wohl auch ein Anzeigefehler gewesen sein. Die Probe war dann dahin (denn es ist ein komplizierter Prozess, das Sputtern, da kann man nicht einfach so an- und ausschalten).
Nachdem wir das hatten, schlenderte Tomas zu der Sputteranlage selbst und schaute mal durch das Sichtfenster. "Äh, Hendrik... .". O weia, die nächste schlechte Nachricht. Der "Shutter", eine Klappe mit der man die Probe vor und nach dem Sputtern vor dem Auftrag von Materialien schützt (ist schneller und effektiver als die Quellen ("Targets") nach und nach auszuschalten), machte bei weitem nicht das, was sie sollte und der Computer behauptete dass sie es tat. Sie war nämlich weder im geschlossenen Zustand zu, noch im offenen offen, sondern immer nur so halb, beim "geschlossenen" Zustand sogar noch etwas offener als im "offenen". Wie lange das schon so war? Keiner weiß es. Vielleicht habe ich drei Tage lang mit defekterm Shutter gearbeitet (lustigerweise stand er genau so, dass er die Kupfer/Zinn-Quelle verdeckte, also dem Material, von dem ich sowieso schon dreifach zu wenig gesputtert habe), vielleicht war es aber auch erst seit heute defekt. Es zu richten war überhaupt kein Problem, dazu brauchte Tomas 2-3 Sekunden, aber dadurch dass keiner weiß wie lange das schon so ist, ist die gesamte Kalibrierung im Prinzip dahin. Schwierig, es genauer zu erklären, aber zusammenfassend für euch: Das ist mindestens so schlecht wie es sich anhört.
Immerhin, kann man auf der Positiv-Seite vermerken, hat Tomas es heute gemerkt im Wesentlichen bevor ich mit der neuen Sputterserie angefangen habe (eine Probe war schon falsch, aber das geht noch). Außerdem waren die gemachten Fehler immerhin nicht allein meine Fehler bzw. Dinge, die ich einfach nicht wissen oder erahnen konnte, wie auch Tomas mit ein wenig mitleidvollem Blick noch mal sagte. Und Montag kann ich weitersputtern, weil erstens die reparierte Pumpe auch abends noch eingebaut werden kann, und sie zweitens meinem Vermuten nach sowieso nicht kommt. Das bedeutet zwar noch eine Menge mehr Arbeit, aber immerhin weiß ich jetzt einiges mehr. Wenn nur Tomas nicht gemeint hätte: "So ist es immer, und immer wenn man glaubt man hätte jetzt alles im Griff und wüsste worauf man achten muss, gibt es immer noch 1-2 Sachen, die falsch laufen.". Aber Tomas meinte auch: "Wir sollten darüber lachen, denn sonst müssten wir weinen, und das hilft auch nichts.".
In diesem Sinne. :-)
Hendrik
Sonntag, 21. Februar 2010
Mein Mittagessen
Hallo Leute,
da ich heute im Prinzip den ganzen Tag in der Küche gestanden habe und außerdem Verlautbarungen kamen, ich würde zu wenig über's Essen schreiben, kann ich ja hier mal kurz was zum Thema Mensa loswerden.
So eine richtige Mensa wie man es in Deutschland kennt gibt es in Uppsala leider nicht. Im Physikgebäude selber ist etwas, dass ich eher Kiosk nennen würde. Dort gibt es zwar neben Süßigkeiten, Kuchen und belegten Brötchen auch so eine Art Mittagessen, aber neben den 6-7€ die das kostet haben mich auch die Warnungen meiner Gruppenkollegen davon abgehalten, davon zu probieren. Es soll wirklich unterirdisch schmecken. Was wohl essbar ist, ist der abgepackte Salat für nur lauschige 6€.
Alternative ist eine Art Studentenrestaurant/Mensa in einem anderen Gebäude. Muss man ein Stück hinlaufen. Dort gibt es sogar eine Auswahl an 4 Gerichten. Die Bedienung ist so ähnlich wie beim Wahlessen in der Mensa, der Preis jedoch nicht. 6,50€ kostet der Spaß, immerhin ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis als der oben genannte Salat. Denn immerhin kann man sich hier noch zusätzlich selbst Salat nehmen, und das ist eine ganz ordentliche Portion, man wird also auch satt. Qualität und Geschmack entsprechen Mensa-Niveau. Ich gehe so einmal die Woche dorthin. Ginge man öfter, so könnte man sich auch "Rabatt"-Coupons kaufen. Die Anführungszeichen deshalb, weil 10 Stück 65€ kosten, also genauso viel wie die einzelnen Mahlzeiten zusammen. Aber dafür darf man sich dann zusätzlich noch ein trockenes Brötchen oder ein Stück Obst sowie ein Getränk nehmen. Ist finde ich aber jetzt nicht so der Riesenanreiz.
Dritte Alternative, und die wähle ich zumeist, ist sich das Essen zu Hause vorzukochen und dort in der Küche unseres Korridors in der Mikrowelle aufzuwärmen. Und das ist gar nicht so unüblich wie man meinen sollte. Ich würde sagen, dass je nach dem ungefähr ein Drittel der Leute davon Gebrauch macht. Man ist also keinesfalls allein. Dort schnappe ich dann auch immer die interessanten Chinesen-Geschichten auf. ;-)
Das ist also eine günstige und nach je nach Kochkunst auch schmackhafte Alternative zu gekauftem Essen, hat aber natürlich den Nachteil, dass ich entweder abends oder am Wochenende jede Menge vorkochen muss. Doch man darf auch nicht vernachlässigen, dass man so Kontrolle über die Qualität des Essens hat.
Viele Grüße.
Hendrik
da ich heute im Prinzip den ganzen Tag in der Küche gestanden habe und außerdem Verlautbarungen kamen, ich würde zu wenig über's Essen schreiben, kann ich ja hier mal kurz was zum Thema Mensa loswerden.
So eine richtige Mensa wie man es in Deutschland kennt gibt es in Uppsala leider nicht. Im Physikgebäude selber ist etwas, dass ich eher Kiosk nennen würde. Dort gibt es zwar neben Süßigkeiten, Kuchen und belegten Brötchen auch so eine Art Mittagessen, aber neben den 6-7€ die das kostet haben mich auch die Warnungen meiner Gruppenkollegen davon abgehalten, davon zu probieren. Es soll wirklich unterirdisch schmecken. Was wohl essbar ist, ist der abgepackte Salat für nur lauschige 6€.
Alternative ist eine Art Studentenrestaurant/Mensa in einem anderen Gebäude. Muss man ein Stück hinlaufen. Dort gibt es sogar eine Auswahl an 4 Gerichten. Die Bedienung ist so ähnlich wie beim Wahlessen in der Mensa, der Preis jedoch nicht. 6,50€ kostet der Spaß, immerhin ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis als der oben genannte Salat. Denn immerhin kann man sich hier noch zusätzlich selbst Salat nehmen, und das ist eine ganz ordentliche Portion, man wird also auch satt. Qualität und Geschmack entsprechen Mensa-Niveau. Ich gehe so einmal die Woche dorthin. Ginge man öfter, so könnte man sich auch "Rabatt"-Coupons kaufen. Die Anführungszeichen deshalb, weil 10 Stück 65€ kosten, also genauso viel wie die einzelnen Mahlzeiten zusammen. Aber dafür darf man sich dann zusätzlich noch ein trockenes Brötchen oder ein Stück Obst sowie ein Getränk nehmen. Ist finde ich aber jetzt nicht so der Riesenanreiz.
Dritte Alternative, und die wähle ich zumeist, ist sich das Essen zu Hause vorzukochen und dort in der Küche unseres Korridors in der Mikrowelle aufzuwärmen. Und das ist gar nicht so unüblich wie man meinen sollte. Ich würde sagen, dass je nach dem ungefähr ein Drittel der Leute davon Gebrauch macht. Man ist also keinesfalls allein. Dort schnappe ich dann auch immer die interessanten Chinesen-Geschichten auf. ;-)
Das ist also eine günstige und nach je nach Kochkunst auch schmackhafte Alternative zu gekauftem Essen, hat aber natürlich den Nachteil, dass ich entweder abends oder am Wochenende jede Menge vorkochen muss. Doch man darf auch nicht vernachlässigen, dass man so Kontrolle über die Qualität des Essens hat.
Viele Grüße.
Hendrik
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